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Portofino

Ich starte einmmal den zweiten Versuch, da der erste im Nirvana verschollen ist!
Dieser Typ Motoryacht wird besonders häufig im Mittelmeer und der Karibik eingesetzt. Die typischen merkmale der sogenannten „Daycruiser“ werden durch die Portofino dargestellt. Damit kann man(n) sich das Flair und die Ästhetik dieser Motoryachten an sein Fahrgewässer holenBasierend auf dem Baukasten der Portofino von Graupner entstand mein Umbau.
Wurde beim stöbern auf Ebay auf eine Motoryacht aufmerksam, da der Händler nicht weit von mir sein Geschäft hat fuhr ich kurzerhand mal hin. Beim genaueren Betrachten der Teile gefiel mir das Ding nicht wirklich, es wirkt für eine Motoryacht einfach zu plump. Na dann nicht, im gehen entdeckten meine trüben Augen auch noch andere Baukästen- Tiefziehteilesatz passt eher da alle nur Kopien von Graupnermodellen sind, natürlich mit kleinen Abänderungen da es sonst vielleicht rechtliche Konsequenzen gäbe.
Nach einigem stöbern und kurzer Preisverhandlung wechselten zwei dieser Teilesätze den Besitzer. Da mich interessierte welche Modelle ich da wirklich erstanden hatte und um andere Infos zu kommen wurde google gewürgt. Also die kleineren Rumpfteile gehören zur „Mini Sprint“ die für zwischendurch als Pausenfüller gedacht ist, die doch etwas größeren Teile sollen mal die „Portofino“ wiedergeben. Ursprünglich sollte das Schifferl nur just for Fun (auf Deutsch nur zum Vergnügen) gebaut werden. Doch als die Teile alle vom überschüssigem Material entledigt waren müßte ich fesstellen das der Geräteträgerbügel verstärkt gehört, da es doch eine recht labile Angelegenheit ist. Also mittels Aufdopplung verstärken. Da kam der Einfall in dieser Aufdopplung Kabel für eine Beleuchtung zu verlegen. Gedacht in die Tat umgesetzt und da ich schon dabei war, wurde dann doch ein bischen mehr gemacht als geplant.
Zur Umsetzung meines nun geplanten Umbaus fehlten aber einige Klein.- Zurüstteile. Im Netz befinden sich einige Hersteller/Vertreiber besagter Teile wo dann eifrigst bestellt wurde. Unter anderen ellyptische Bullaugen von Marinetic; Lampenkörper, Scheinwerfer, eine geätzte Amaturentafel beim Modellbaukaufhaus mit dazupassenden LED’s; ein 28er Kehrer Jet und 2 Empfänger da gerade günstig bei Kehrer Modellbau und ein 4S Lipo Accu bei Hobby King.
Bei einem Schifferlfahren unseres Vereins wurde der Rohbau zwischenzeitlich kurz gezeigt. Es wurden konstruktive Ideen und auch weniger ernstzunehmende Vorschläge geäußert. Drei davon sollten machbar sein, die da wären UWS (Unterwasserscheinwerfer); im Cockpit eine Fußraumbeleuchtung und als Krönung die größere Herausforderung den Wasserstrahl des Jetantriebs zu illuminieren.
Mit neuen Ideen gefüttert und hochmotiviert ging es an die Umsetzung.
Als erste Arbeit standen die Bullaugen auf meiner Liste. Da die Fa. Marinetic ein ausgeklügeltes System bei ihren Bullaugen hat, recht einfach und schnell über die Bühne. Man braucht nur die beiliegenden Schablonen an den markierten Stellen am Rumpf ausrichten, anzeichnen oder aufkleben, das überflüssige Material entfernen und dann von Innen die Teile einkleben. Nach dem aushärten des 2K Klebers werden außen die Überstände verschliffen um nach dem lackieren die Scheiben und die verchromten Rahmen einzusetzen. Spalten oder Löcher entstehen auf diese Weise nicht da der 2K Kleber in diese hineinläuft. Der zweite Schritt betrifft den Einbau des Jetantrieb’s. Dazu zeichnet man die Einsaugöffnung im Rumpfboden und die Austrittstelle im Heck an schneidet diese grob aus, richtet den Jet im Rumpf ein und fixiert ihn mit Superkleber. nach dem Trocknen des Klebers nochmals alles kontrolieren. Danach die Öffnungen von Außen mit Klebeband abdecken, um zu verhindern das das Epoxyharz womit der Jettunnel endgültig eingeklebt wird herauslaufen kann. Nachdem der Jettunnel verklebt, der Kleber ausgehärtet ist werden die Löcher auf das richtige Maß gebracht. Der Rumpfboden mußte dann noch ein wenig angepaßt werden, da er doch ein starkes V aufweist. Um die Illumination des Wasserstrahls zu verwirklichen wurde der Stator vorsichtig und in mehreren Schritten auf 5mm mittig aufgebohrt. Um die LED dahinein zu stecken wurde noch ein Stück auf 6mm aufgebohrt, da die LED’s ja hinten einen Kragen haben. Um alles Wasserdicht zu bekommen wurden die Anschlüsse so kurz wie möglich gehalten, 2Kabel angelötet, die LED hineingesteckt und mit 5min Epoxy vergossen. Die Kabel laufen durch den Stator entlang der Leitflächen zur Seite und dann durch den Heckspiegel in den Rumpf, wobei eine Schlaufe gelegt wurde um zu Wartubgszwecken den Stator noch abheben zu können. Die Ansteuerungskinematic wurde von der Kehrer HP abgekupfert und so gut es ging nachgebaut.
Da der Rumpf soweit fertig gestellt war konnte es ans Lackieren gehen. Die Hauptfarbe ist Yachttypisch weiß, im oberen Bereich verläuft ein blauer Streifen.
Das Cockpit bekam aus ABS Reszen eine Schiebetüre und ein kleines Schiebeluk für den Niedergang spendiert, dahinter verbirgt sich der Ein-Ausschalter für die Elektronik. Die Sockel der Sitze und der Rückbank bekamen 3mm Löcher verpasst worin später vernickelte Aderendhülsen eingeklebt wurden. In diese Aderendhülsen wurden LWL (Lichtwellenleiter) im 3er Pack eingeklebt und bündig geschliffen. Unter dem Cockpit wurden dann alle LWL’S zusammengefasst, es sind immerhin 36 solcher in ein Messingrohr gesteckt, mit Schrumpfschlauch gesichert und zusätzlich verklebt. In die ander Seite kam eine weße LED hinein die ebenfalls mit Schrumpfschlauch befestigt ist, bei späteren Tausch braucht man nur den Schrumpfschlauch aufschneiden um die LED zu entfernen. Der Geräteträgerbügel bekam eine seitliche Aufdopplung rundherum und einen Deckel verpasst. in den Hohlraum kam die Verkabelung der Scheinwerfer und des Toplicht’s hinein. Nach dem spachteln und verschleifen der restlichen Teile konnten auch diese lackiert werden. Inden leider schon fertig lackierten Rumpf mußten noch die Löcher der UWS eingebracht werden. Durch ein Mitglied kam ich noch zu Streuscheiben, die durch den Rumpf gesteckt wurden, zur Sicherheit habe ich sie noch mit 5min Epoxy verklebt (das kein Wasser eindringen kann). Von Innen werden die LED’s dann nur noch eingeklippst.
Nachdem alles soweit zu meiner Zufriedenheit erledigt war, stellte ich das Modell fertig. Die verkabelung der kompletten Elektrik nahm dann aber auch noch einiges an Zeit in Anspruch.
Bei der ersten Testfahrt im heimischen Testbecken-Pool merkte ich wie schnell ein großes Becken klein weren kann. ZU KLEIN! Da ich von dem Ergebnis begeistert war, wartete ich voller Ungeduld auf die Möglichkeit im modellmeer zu fahren. Am mächsten Vereinsabend war es dann soweit, ich konnte die ganze Leistung des Jet’s ausprobieren und die Beleuchtung auch im Naturtrüben Wasser testen. Die fahreigenschaften sind gutmütig und die Geschwindigkeit ausreichend, bis auf zu schnell gefahrene Hartruderlagen, die enden in einem Kringel. Die Beleuchtung ist einfach nur Spitzenmäßig, man kann sogar die kleinen Schwebeteilchen im Wasser sehen, so hell sind die LED’s. Beim Wasserstrahl des Jet’s sieht man schön den mit Luft angereicherten Strahl im/am Wasser, bei abgenommener hinteren Abdeckung kommt das noch besser zur Geltung.
Fazit des Bau’s meiner Sicht ist, für die Kurze Bauzeit von ca. 4 Monaten ist ein wunderschönes, durch die Antriebstechnik eher seltenes Modell entstanden. Mir macht es viel Spaß damit zu fahren und bei Dämmerung die Beleuchtung einzuschalten -auch zu Hause im Pool!

Technische Daten:
Maßstab: ca.1:20
Länge ü.a. ca. 890 mm
Breite ca. 205 mm
Höhe ca. 180 mm
Gesamtgewicht (ohne Akkus) ca. 1,6 kg

Fragen zur Portofino sind immer wilkommen!

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